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►Chemnitz - Heinersdorf, Bauernhof

Kulturlandschaft

Die Region Chemnitz ist im Erzgebirgischen Becken und hier großräumig im Einzugsgebiet der beiden Mulden gelegen, der Zwickauer Mulde im Westen und der Freiberger Mulde im Osten. Parallel dazu, oft auf den Höhenrücken dazwischen, verliefen mit den sogenannten Böhmischen Steigen alte Verkehrslinien von Mittelsachsen bzw. Mitteldeutschland nach Böhmen, die eine wichtige Voraussetzung für die Besiedelung waren. Einer der bedeutendsten war die später als Handelsstraße und bis heute als wichtige Verkehrsverbindung genutzte Strecke von Leipzig über Chemnitz, Marienberg und Chomutov in Richtung Prag. Quer zu den Flüssen und Ausläufern des Erzgebirges verlief spätestens seit dem 13. Jahrhundert die in Bautzen von der Via Regia abzweigende sogenannte Frankenstraße, die über Dresden, Freiberg, Chemnitz, Zwickau und Plauen in Richtung Franken führte und die neben der weiter nördlich, über Leipzig, verlaufenden Via Regia eine weitere wichtige Ost-(Süd)West-Verbindung des Mittelalters darstellte.

Die Besiedelung der Region geschah im 12./13. Jahrhundert. Bis heute ist die Kulturlandschaft geprägt von langgestreckten Tälern mit Waldhufendörfern, deren Hufenstreifen sich hinter den bäuerlichen Anwesen auf die Höhen hinaufziehen, die mit Restwäldern bedeckt sind. In den Flusstälern des Hügellandes und z. B. um Rochlitz gibt es auch ältere Dörfer mit slawischen Ursprüngen, meist Weiler, kleine Haufen- oder kurze Zeilendörfer.
Die größeren, vorwiegend süd-nördlich gerichteten Täler sind außerdem Ausgangslinien der industriellen Entwicklung. Hier befinden sich viele Mühlen und an einigen dieser Standorte wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten sächsischen Textilfabriken errichtet, wie die erhaltenen in Harthau, Flöha oder Altenhain noch heute belegen.
Aber auch Bergbau- und Bergbaufolgelandschaften wie im oberen Erzgebirge oder auch um Oelsnitz/Lugau und Schlema bestimmen den landschaftlichen Charakter der Region.

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