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Chemnitz historisch

  

Rekonstruktion der ummauerten Stadt Chemnitz um 1750 von Lehrer K. Haustein von 1907

 

Wurzeln der Stadt Chemnitz und ihrer industriellen Entwicklung 

Chemnitz ist nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt in den östlichen Bundesländern. Etwa zur gleichen Zeit wie ihre beiden sächsischen „Schwestern“ gegründet, verbindet sich mit Chemnitz heute dennoch kaum die Vorstellung einer altehrwürdigen Stadt.

Dies liegt zum einen wohl an ihrem Ruf als Industriezentrum, der auch in Bezeichnungen wie „sächsisches Manchester“ oder „Ruß-Chamtz“ zum Ausdruck kommt. Unbestritten hatten Stadt und Region Chemnitz eine herausragende Bedeutung im Prozess der Industrialisierung Sachsens seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Der rasante industrielle Aufschwung prägte das Antlitz der Stadt nachhaltig, vor allem aber die Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie das kulturelle Leben.

Dass in Chemnitz Erwartungen nach einem historischen Stadtkern enttäuscht werden müssen, hat jedoch einen anderen, tragischen Grund: Die Bombardierung durch alliierte Flugzeuge im März 1945 forderte etwa 3700 Menschenleben; die historische Bausubstanz der Innenstadt wurde dabei zu 80 Prozent zerstört. Bis auf einzelne Bauten und Ensembles war damit das alte Stadtbild unwiederbringlich verloren.

Nicht zuletzt darf allerdings die Tatsache vergessen werden, dass Chemnitz zwar seit jeher eine „Stadt der Arbeit und des Erfindergeistes“ (Jens Kassner) war, nie jedoch Fürsten- bzw. Bischofsresidenz oder wichtige Handelsstadt. Die Größe und Bedeutung von Chemnitz blieb bis zur industriellen Revolution durchschnittlich; es war eine Stadt, wie es ihrer in Mittelalter und Früher Neuzeit viele gab. 

 

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